Informationen auch bei: Horst Leckner Tel. +49-(0)8021/9131
und
Thomas Leckner Tel. +49-(0)8025/998022












 

 

 

 

Paarungen, etc.

Abschlussbericht
( r1 | r2 | r3 | r4 | r5 | r6 | r7 | r8 )

Der Sieger der 6. OIBM: 
Konstantin Landa


Die Spitzenpaarung der Runde 9:
Oratovsky (links) gegen Landa


Der Preis für den besten Verein nahm
Klaus Klundt entgegen

 

 

 

   Spannendes Finale in Bad Wiessee 
NEU!!! Offizielle DWZ-Auswertung (TXT)
90 Partien der Runden 1-9 (PGN)
 
Bereits zum sechsten Mal wurde in diesem Jahr in Bad Wiessee die offene internationale bayerische Schachmeisterschaft ausgetragen. Und bereits Mitte September waren die 512 Teilnehmerplätze voll ausgebucht. Vielen Interessierten mussten die Veranstalter Horst und Thomas Leckner die Teilnahme deshalb schweren Herzens verweigern. Umso ärgerlicher war es, dass zur Anwesenheitskontrolle über 20 angemeldete Personen einfach nicht erschienen sind. Unter den Teilnehmern, die erst am Tag der Anmeldung ihre Absage mitteilten, waren für den Veranstalter völlig überraschend auch die beiden ungarischen Großmeister Joszef Pinter und Gyula Sax.

Nach der feierlichen Eröffnungsfeier mit Blasmusik und einer Appenzeller Folkloregruppe eröffnete Hauptschiedsrichter Willi Knebel die 1. Runde. Zunächst sah alles nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg des ELO-Favoriten Vladimir Malakhov (ELO: 2670) aus. Denn auch nach Runde 5 war dieser ohne einem einzigen Remis unangefochten an der Tabellenspitze. In Runde 6 jedoch kam der russische Großmeister gegen Michael Oratovksy (Israel, ELO: 2567) nicht über ein Remis hinaus und gab die Tabellenführung an die Grossmeister Oratovsky, Golod und Landa ab. In Runde 7 schließlich übernahm Konstantin Landa (Russland, ELO: 2632) mit seinem Sieg über Alik Gershon (ELO: 2562) die alleinige Tabellenführung. Für die Zuschauer recht überraschend kam das schnelle Remis Landas in Runde 8 gegen Vladimir Malakhov. Viele hatten hier die für den Turniersieg entscheidende Partie erwartet. Aber die Begegnung war schon beendet, ehe sie richtig begonnen hatte: Nach nur fünf Minuten Spielzeit und 10 Zügen einigte man auf Remis. Damit musste die Runde 9 über den Turniersieg entscheiden.

Auch bei den Sonderpreisen erhöhte sich die Spannung von Runde zu Runde: Bei den Senioren lieferten sich vor allem Aleksandar Kaminik (Ukraine, ELO: 2232) und FM Johann Fischer (Deutschland, ELO: 2301) ein spannendes Kopf-an-Kopf-Duell, bei dem am Ende der 71jährige Kaminik fast noch eine IM-Norm geschafft hätte. Doch gegen den jungen und spielstarken IM Anton Korobov (ELO: 2503), aus der ukrainischen Schachhochburg Kramatorsk, war für Kaminik nichts zu holen. Auch Johann Fischer konnte in Runde 9 nichts machen und gab etwas überraschend nach nur 11 Zügen in augenscheinlich ausgeglichener Stellung auf. Somit hatte Rafael Rodkin (Israel, ELO:2252)  plötzlich die Chance auf den Sieg in der Seniorenwertung. Doch auch er konnte in Runde 9 nicht gewinnen und somit ist (wie bei der 1. OIBM von 1997) Aleksander Kaminik der beste Senior in Bad Wiessee 2002.

Bei den Damen kam es in Runde 8 sogar zum direkten Vergleich zwischen den bis dahin führenden, der polnischen WIM Barbara Jaracz-Grabarska (ELO: 2270) und der ukrainischen WGM Tatiana Kononenko (ELO: 2388). Da der direkte Vergleich nach knapp über 30 Zügen remis endete, musste auch hier die Runde 9 die Entscheidung bringen: Am Ende hatte die deutsche WGM Oksana Sarana-Hungeling (ELO: 2291) die Nase vorne, da weder Kononenko noch Jaracz-Grabarska als Sieger ihrer Partien in Runde 9 hervorgingen. 

Bei der Jugendwertung konnte vor allem der für den TV Tegernsee spielende IM Stefan Bromberger (ELO: 2414) überzeugen. Nach seinen Siegen gegen die Großmeister Romanishin (Ukraine, ELO: 2562) und Jaracz (Polen, ELO: 2545) sah es für Bromberger sogar nach einer GM-Norm aus. Aber dazu hätte er auch noch gegen den spielstarken russischen Großmeister Konstantin Aseev (ELO: 2571) in Runde 9 gewinnen müssen. Mit dem Siegesdruck im Nacken hat Bromberger wahrscheinlich zu aggressiv auf Sieg gespielt und schließlich sogar verloren. Bester Jugendlicher im Turnier war am Ende Levon Aronian (Armenien, ELO: 2581). Da dieser jedoch Anspruch auf den Preis für Platz 4 hatte, gewann Zahar Efimenko (ELO: 2567) aus der Ukraine die Trophäe für den besten Jugendlichen.

Doch zurück zu den Spitzenpaarungen: Aufgrund des offenen Turnierausgangs blieb es in Runde 9 lange Zeit recht spannend. Lediglich Landa und Oratovsky reichten sich am Spitzenbrett schon nach nur kurzer Zeit die Hände zum Remis. Die Großmeister Khenkin, Malakhov und Shabalov kämpften gegen ihre vermeintlichen schwächeren Gegner Womacka, Prusikhin und Naumann jedoch erbittert um dem Sieg. Trotz allen Einsatzes konnte Shabalov (USA, ELO: 2621) nicht gegen Alexander Naumann (ELO: 2513) gewinnen. Malakhov und Khenkin aber gelang es, sich gegen Prusikhin und Womacka durchzusetzen. Am Ende wurde dieser Einsatz auch belohnt: Malakhov schaffte den dritten Platz und Khenkin erreichte am Ende Rang 6.

Sieger des Turniers jedoch wurde Konstantin Landa! Allerdings war dieser Sieg mehr als knapp, da Landa und Oratovsky nicht nur nach Punkten, sondern auch nach Buchholz gleich waren. Entscheidend für Landas Sieg war sein besserer ELO-Schnitt der Gegner!

Der Preis für den besten Verein ging übrigens - fast schon traditionsgemäß und zum sechsten Mal in Folge - an den veranstaltenden TV Tegernsee. Die Truppe Khenkin, Hertneck, Beim und Bromberger hatte am Ende zwei Punkte mehr als die Vertreter der SG Aljechin Solingen.

Bei der abschließenden Siegerehrung bedankten sich Landrat Norbert Kerkel (Schirmherr) und Horst Leckner (Organisator) bei den Sponsoren Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee und Bank Hofmann. Den Teilnehmern dankte vor Schiedsrichter Willi Knebel für den fairen und harmonischen Verlauf des Turniers. Auch in diesem Jahr war die OIBM eine gelungene und erfolgreiche Veranstaltung. Bei herrlichem Herbstwetter konnten die Teilnehmer nicht nur das Schachturnier, sondern einmal mehr auch die herrliche Landschaft am Tegernsee genießen. 

Thomas Leckner

   

 
  

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